Beritt und Reitunterricht

Der Reiter und sein Pferd: Ein Bild der Harmonie, des gegenseitigen Vertrauens und Verständnisses. Gut zu regulierende Pferde, verlässliche Partner, die freundlich, offen und leistungsbereit sind und dem Menschen respektvoll gegenüber treten. Reiter, die mit leichter Hand, viel Gefühl und passenden Hilfen auf ihre zufriedenen und locker laufenden Pferde einwirken können. So oder zumindest so ähnlich sollte das Bild vom perfekten Pferd-Reiter-Paar aussehen. Diesem Ziel ein Stück weit näher zu kommen, darin möchte ich Sie gerne unterstützen.

Beim Thema Beritt ist es mir ein wirkliches Anliegen, unter eine Beritteinheit nicht einfach nur das Reiten des Pferdes zu verstehen, sondern das “Davor”(Holen, Putzen, Satteln usw.) und “Danach”(Absatteln, Überputzen, auf den Paddock bringen und Verabschieden) als ebenso relevant einzustufen. Leider ist es vielerorts eher die Regel als die Ausnahme dass der Beritt zu oft als Massenabfertigung läuft: Der Trainer oder Bereiter spart kostbare Zeit, wenn er sein Hauptaugenmerk allein auf das Thema “Reiten” legt.  Durch diese augenscheinlich professionelle Handhabung der Arbeit wird der Umgang mit dem Tier dann doch recht schnell unpersönlich, ja manchmal fast lieblos. Wie muß sich wohl das Pferd dabei fühlen, wenn es als Lebewesen mit seinen ihm eigensten Bedürfnissen gar nicht richtig wahrgenommen wird?
Weil es mich wirklich traurig macht, wenn ich (leider zu oft) derartigen Umgang mit dem Objekt Pferd zu sehen bekomme, mache ich das Pferd in meiner Tätigkeit ganz bewußt zum Subjekt. Bei jeglicher Arbeit mit dem Tier sollte doch sein Wohlergehen, seine physische und psychische Unversehrtheit Maßstab unseres Handelns als Trainer und Bereiter sein. Denn wer möchte, dass sowohl der Reiter bzw. Besitzer als auch dessen Pferd vom Beritt profitieren, für den sollte ein pferdegerechter Umgang an erster Stelle stehen.

Astrid und Snaedis

Wenn ein Pferd bei mir im Training ist, wird es selbstverständlich mit der gleichen Sorgfalt behandelt, als wäre es mein Eigenes. Den positiven Einstieg in eine erfolgreiche Trainingseinheit kann ich einem Pferd nur dann bieten, wenn ich mir schon beim Holen, Putzen und Richten ausreichend Zeit nehme, Hektik und Unruhe am Putzplatz vermeide und somit bereits in diesem Zusammenhang Probleme (Zappeln beim Putzen, in den Führstrick beißen, usw.) gar nicht erst entstehen lasse oder hierbei korrigiere. In jeder Trainingseinheit (Beritt, Longieren, Bodenarbeit, usw.) arbeite ich  ganz individuell abhängig vom jeweiligen Pferd und dessen Bedürfnissen, um jedes Pferd im Rahmen seiner Möglichkeiten zu fördern. Selbstverständlich beinhaltet dies auch eine Gymnastizierung unter biomechanischen Aspekten, die zur Gesunderhaltung des Pferdes eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Durch ein strukturiertes Vorgehen möchte ich das Pferd in bestmöglicher Weise fördern, ohne es zu überfordern. Der reine Beritt dauert etwa 30 min. Die genaue Dauer einer Einheit richtet sich allerdings nach dem Ausbildungsstand und dem Konzentrationsvermögen des Pferdes sowie nach dem Lernziel der Stunde, denn mit einem positiven Ergebnis zu enden bringt wesentlich mehr für alle Beteiligten, egal ob dies nach 40 oder 20 min erreicht wird! Im Regelfall komme ich nach dem Training mit einem zufriedenen Pferd zurück an den Putzplatz, wo es mit der gleichen Sorgfalt und Ruhe abgesattelt wird wie es zuvor gerichtet wurde. Bei dieser Methode mit den Pferden zu arbeiten, erfährt jedes Pferd auch tatsächlich die Wahrnehmung durch den Menschen, die ihm gebührt und die es zu einem wirklichen Partner für uns reifen läßt.

Es ist mir ein großes Anliegen, dass das Pferd Vertrauen fassen kann und auch lernt, sich bei der Zusammenarbeit mit dem Menschen sowie beim Reiten zu entspannen. Mein Ziel ist in jedem Fall immer mit Geduld und Einfühlungsvermögen auf jedes Pferd-Reiter-Paar individuell einzugehen. Jedes Pferd sollte locker und entspannt unter dem Sattel laufen lernen dürfen, wobei es fein auf die Hilfen des Reiters reagieren können sollte. Gerne kann ich den Beritt auch mit Unterricht kombinieren, so dass Pferd und Reiter gemeinsam lernen und sich gleichermaßen weiterentwickeln können.

Bei jeglichem Training mit Ihrem Pferd spreche ich vorher Ihre Wünsche und Vorstellungen mit Ihnen ab, um Ihnen eine sinnvolle Unterstützung anbieten zu können. Selbstverständlich arbeite ich auch hier pferdegerecht und ohne Hilfsmittel wie Ausbindezügel oder Sporen, denn so kann ich am besten die Vertrauensbasis schaffen, um aus Pferd und Mensch ein Team zu bilden. Angefangen von der Bodenarbeit über den Beritt, bis hin zum Unterricht auf oder mit dem eigenen Pferd ist hierbei alles denkbar. Das Training des Pferdes versuche ich wie beim Anreiten auch möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Ich halte es für wichtig, dem Pferd neben der Vermittlung des eigentlichen Lernzieles auch immer wieder Abwechslung in Form von z.B. Ausritten, Spaziergängen oder Longen- und Doppellongenarbeit zu bieten, um bei den Tieren den Spaß an der Mitarbeit zu fördern und zu erhalten.

Wie auch immer Ihre Wünsche und Ziele für sich und Ihr Pferd aussehen mögen, sprechen Sie mich an bzw. senden Sie mir eine Mail.